Das ändert sich 2020 für Arbeitnehmer, Versicherte und Leistungsempfänger

Mindestlohn, Hartz IV, Rente, Kindergeld, Beitragsbemessungsgrenzen und Steuerfreibeträge - 2020 ändert sich wieder einiges für Beschäftigte, Versicherte sowie Leistungsempfängerinnen und -empfänger in Deutschland.

Ein Überblick




Der DGB-Steuerrechner
95 Prozente aller Haushalte würden durch die DGB-Steuervorschläge entlastet

Wieviel Netto bleibt vom Brutto? Wie hoch sind die Steuern und Abgaben? Was kann eine gerechte Lohnsteuerreform bewirken? Der DGB-Steuerrechner zeigt auf einen Blick, wieviel mehr Netto vom Brutto mit den DGB-Steuervorschlägen für Ihren Haushalt am Jahresende übrig bleiben würde.

Mit dem DGB-Steuerrechner ermitteln Sie annähernd exakt Ihr Nettoeinkommen für die Jahre 2019 und 2020.



Arm trotz Arbeit – Niedriglohn und Mini-Jobs ein Garant für Altersarmut

Zeche für Lohn- und Sozialdumping zahlt die Allgemeinheit 


Dem DGB liegt für 2018 eine aktuelle regionale Auswertung des Arbeitsmarktes durch die Agentur für Arbeit in Hinblick auf Niedriglohn vor. Demnach arbeiteten im Kreis Steinfurt 21.042 Personen und damit jeder fünfte Vollzeitbeschäftigte zum Niedriglohn. Hierzu wurden alle die gezählt, die weniger als 2.203 € verdienen. Die geschlechterdifferenzierte Betrachtung ist ebenfalls aufschlussreich und bestätigt die noch lange nicht erreichte Gleichstellung. Lediglich 28% aller Vollzeitbeschäftigten waren Frauen. Obendrein waren Frauen im Niedriglohnbereich überproportional betroffen, jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau arbeitete unterhalb der Niedriglohnschwelle. Ebenfalls wurde die geringfügige Beschäftigung ausgewertet. 51.238 Menschen arbeiteten im Kreis Steinfurt in dem sogenannten Mini-Job-Verhältnis, wobei mehr als jeder dritte geringfügig Beschäftigte dies nebenberuflich tat, da anscheinend ein Lohn zum Leben nicht reichte. Trotz guter Wirtschaftslage ist dieses Beschäftigungsverhältnis prekär sowie schlechter entlohnt und deckt nicht die Lebensunterhaltungskosten.

„Wir als DGB fordern seit langem eine grundlegende Reform der Mini-Jobs, statt über eine Erhöhung der Einkommensgrenzen zu diskutieren. Neben dem unerkannten schlummernden Fachkräftepotential ist diese Grenze von aktuell 450 Euro eine Arbeitszeitfalle. Sie hält viele Menschen davon ab, mehr zu arbeiten, obwohl sie es gerne möchten. Obendrein wird den Beschäftigten die Befreiung von der Versicherungspflicht immer noch als Erleichterung verkauft. Dabei ist das ein faules Ei, denn die 87%, die heute auf die Rentenbeiträge für ein bisschen mehr Geld verzichten, müssen dies mit geringem sozialen Schutz im Alter teuer bezahlen“, kritisiert der DGB-Kreisverbandsvorsitzende Lothar Kurz die aktuellen Regelungen. „Statt des Wegfalls der Sozialversicherungsbeiträge fordern wir die Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro Einkommen, mit Sonderregelungen zur Finanzierung der Beiträge im unteren Einkommensbereich.“

Doch nicht nur für die Betroffenen ist der Niedriglohn von Nachteil. Um über die Runden zu kommen, waren im Kreis Steinfurt über 3.500 Erwerbstätige auf zusätzliche staatliche Leistungen angewiesen. „Der Wettbewerb um Aufträge wird hier auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen, der schnell unfair wird, wenn sich manche Mitbewerber durch den Abschied aus der Tariflandschaft und durch Niedriglöhne Marktvorteile verschaffen. Die Zeche für dieses Lohn- und Sozialdumping zahlen am Ende die Steuerzahler“ empört sich der Gewerkschafter. „Es ist ein Skandal, dass sich Deutschland zum größten Niedriglohnsektor in Europa und sich so zum Exportweltmeister entwickelt hat. Ein ökonomischer Musterschüler würde mit einer ausgeglichenen Handelsbilanz und mit hohen Löhnen für eine gute Binnennachfrage sorgen.“

Pressemitteilung des DGB-Kreisverbandes Steinfurt vom 9. Januar 2020

DGB fordert mehr bezahlbaren Wohnraum im Kreis Steinfurt

Fordern mehr bezahlbaren Wohnraum im Kreis Steinfurt: Volker Nicolai-Koß, Günter Kleine-Katthöfer, Jürgen Blömker, Eckhard Roloff und Lothar Kurz (v.l.)
 

Der DGB ist zu einem Gespräch mit dem Leiter der Wohnraumförderung des Kreises Steinfurt Jürgen Blömker zusammengekommen, um über die aktuellen Herausforderungen in der Wohnungspolitik zu diskutieren.  

Nach Darstellung von Herrn Blömker lasse sich für den Kreis, im direkten Vergleich zur Stadt Münster, zwar noch keine akute Wohnungsnot verzeichnen, jedoch führe die wachsende Zahl an Ein- bis Zwei-Personen-Haushalten zu einer deutlich spürbaren Wohnraumknappheit. Der aktuelle Wohnungsbestand könne die steigende Nachfrage immer weniger decken. Auf die sich verändernden Umstände will die Wohnraumförderung reagieren, indem sie den Neubau von entsprechend zugeschnittenen Ein- bis Zwei-Zimmer Wohnungen befördern möchte. Diese sollen sowohl alters- als auch bedarfsgerecht für alle Generationen und Ansprüche gestaltet sein. Blömker verdeutlichte, das aufgrund der Nähe zur Stadt Münster die Mieten in vielen Kommunen stark ansteigenden und besonders für einkommensschwache Haushalte zu einem großen Problem werden.

Der DGB begrüßt die Pläne der Wohnraumförderung und fordert insbesondere mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen im Jahr 2020 Kommunen und Politiker dazu auf, sich für einen gemeinwohlorientierten Wohnungsbau einzusetzen. „Es darf nicht sein, dass auch bei uns die Mieten einen Großteil der Rente oder des Einkommens auffressen. Wir brauchen mehr bezahlbaren Wohnraum und mehr Mittel für einen sozialen und bedarfsgerechten Wohnungsbau. Nach unseren Recherchen müssen schon heute mindestens 350 geförderte Wohnungen pro Jahr entstehen, um den Bedarf zu decken. Die Kommunen sollen möglichst schnell Baugebiete und Flächen dafür ausweisen“, verdeutlicht der DGB Kreisverbandsvorsitzende Lothar Kurz.





Bitte vormerken:

Maifeier 2020 des DGB-Ortsverbandes Rheine

1. Mai 2020, 11 Uhr im Stadtpark Rheine



Mairednerin: Gabriele Schmidt,
verdi-Landesbezirksleiterin

Näheres dazu demnächst hier.